Von:
Nikolaus Schneider

e-bergpredigt.de

Jesus und die Bergpredigt zusammen: Alles, was er den Menschen mitgeben wollte, alles, was ihm wichtig war, kommt in der Bergpredigt vor. Jesus hielt diese Bergpredigt aber nicht in einem Gottesdienst. Die Bergpredigt war keine organisierte Rede. Viele Menschen hatten von Jesus gehört. Sie kamen aus allen Teilen Israels zusammen, um ihn zu hören. Es waren sehr viele, darum stieg er auf einen Berg, damit er gut zu hören war. Er hat aber nicht im Stehen gesprochen. Er hat sich hingesetzt. Er will mit den Menschen wie ein Freund und Lehrer reden.

Was er dann sagte, kam vielen bekannt vor: Dass man nicht töten soll. Dass man seine Feinde lieben und die Ehe nicht brechen soll und übrigens Ehebruch schon damit anfängt, dass man eine andere Frau darauf taxiert, ob man nicht mit ihr ins Bett käme. Das kannten die Menschen aus der jüdischen Tradition. Aber Jesus hat einen ganz neuen Tonfall angeschlagen. Er hat anders geredet als z.B. die Schriftgelehrten, in einfachen Worten. „Du sollst nicht töten. Du sollst nicht die Ehe brechen. Du sollst keinen Meineid schwören.“

Er hat den Menschen Mut gemacht. „Ich aber sage Euch, fangt im Kleinen an, dann schafft Ihr das auch“ - so hat er geredet. Das heißt für jeden Einzelnen: Denk mal drüber nach, ist es wirklich richtig, zurückzuschlagen? Oder kannst Du nicht weiterkommen und ganz andere Effekte erzielen, wenn du die andere Wange hinhältst und sozusagen den Feind herausforderst, anders zu werden? Das sind klare Handlungsanweisungen. Heißt aber auch: Du kannst viel erreichen, wenn Du bei Dir anfängst – also tu was!

Bis heute hat die Bergpredigt viele Menschen angesprochen, aber auch abgeschreckt. Zu schwer durchhaltbar sei sie. Ich verstehe, dass die Bergpredigt immer neu in der Herausforderung für mich ist, an meine Grenzen zu gehen, wie bei einem guten Sportler. Wir brauchen nicht zu verzweifeln – wenige können ganz viel bewegen. Auch eine kleine Gruppe kann die ganze Welt verändern. Fang einfach bei dir an und lasst dich nicht entmutigen, wenn mal was daneben geht. Zum richtigen Leben gehört das dazu – wie das Amen in der Kirche.